Wie feiert man eigentlich Ostern in Italien?



Andere Länder, andere Sitten. Oder auch Traditionen.


Also sprechen wir heute von Pasqua im Zitronenland. Wie sieht das aus? Was isst man?


Davon möchte ich dir heute erzählen. Denn heute in einer Woche feiern wir dieses katholische Fest hier im Zitronenland.




Pasqua in Italia e la famiglia

Die Familie in Italien ist wichtig. Fast jeder nimmt sie wichtig und ernst. Und steht für sie ein. Deswegen sind die traditionsreichen Feiertage wie Weihnachten und Ostern ein Grund für die italienische Familie sich zu treffen.


Die meisten treffen sich bei den Eltern oder Großeltern zuhause, wo die Mamma in der Küche steht und kocht. Und ganz traditionell die Tochter oder Schwiegertochter ihr dabei hilft.


Die Küche ist in den meisten italienischen Familien das Reich der Frauen. Übrigens auch in den Küchen der Restaurants.


Und bei solchen Feiertagen wird richtig viel Zeit und Geld investiert, um alle kulinarisch glücklich zu machen. Für die Liebsten nur das Beste!


Achtung Spoiler! Morgens wenig frühstücken oder relativ früh. Und abends nur ganz wenig essen. Du kannst dir vorstellen warum. 😁




Gibt’s bunte Ostereier für die kleinen und großen Kinder?

Während in Deutschland bunt gefärbte Eier draußen im Garten versteckt und anschließend gesucht werden, lassen die gläubigen Italiener ihre angemalten Eier beim Pfarrer segnen (benedire).


Und für die Bambini gibt es riesige Schokoladeneier, Vollmilchschokolade oder Zartbitter und inzwischen auch Cerealien mit Schokolade, mit kleinen Gadgets drinnen. Wie beim Überraschungsei.


Diese Schoko-Eier werden nicht nachhaltig verpackt. Sondern sind aus bunter Alufolie. Wenn die Zeit vor Ostern beginnt, siehst du sie schon weitem in den Supermärkten schillern. Und du hörst manchmal die Kinder, die davorstehen und betteln: “Mamma mamma, vorrei un uovo gigantesco!” (Mama Mama, ich möchte ein Riesen-Ei!) Und die Mamma liebevoll antwortet: “No amore. Quando è pasqua te la regala il coniglio.” (Nein Liebes. Wenn es Ostern ist, schenkt es dir der Osterhase.”)



Das Oster Menü

Das Menü was am Ostersonntag auf den Mittagstisch serviert wird, ist in jeder Region verschieden.

Warum ist das so? Wusstest du nicht, dass Italien in seiner Geschichte in vielen verschiedenen Ländern unterteilt war? Und bekanntlich hat jedes Land seine eigenen Traditionen und Bräuche.


Und so auch an diesen Feiertagen wie Pasqua.


In der Emilia Romagna wird z.b. ein Antipasti gegessen (Salumi, Formaggi, Friggione). Dann il primo mit der alles geliebten Lasagne. Und dann natürlich il secondo: Grigliata mista (costolette di maiale, filetti di manzo, castrato und last but not least l’agnello). Das Dolce darf nie fehlen und das kann sehr unterschiedlich sein: von der Zuppa inglese bis hin zum Mascarpone und Schokostückchen.


Was beim Dolce am Ostermahl in keiner italienischen Familie fehlt, das ist die Colomba. Die Colomba ist ein Kuchen mit einem Teig wie dem des Panettone. Nur dass er in einer Sternenform gebacken wird. Getrunken wird dazu ein süßer Wein: il Moscato


In vielen anderen Regionen wird als Antipasti die Torta pasqualina gegessen. Die bekannteste ist wohl die aus Ligurien. Sie ist sehr hoch und die gekochten Eier sieht man sehr deutlich. Und obendrauf wird sie mit Eigelb bestrichen. Die Torta pasqualina ist übrigens salzig und nicht süß.


Was die Primi betrifft, da hat jede Region ihre eigene Pasta caserecce (hausgemachte Pasta). In Campania sind es die Fusilli casarecce. Sie wird mit einer Tomatensauce serviert, die mit einer Rinderbrühe geköchelt wird. Dazu kommt dann frisches Basilikum.


Die Fusilli werden noch heute selber von Hand in der Küche auf dem Holzbrett zubereitet. Und ich sag dir, dass sie so lecker ist. Ein wirkliches Must Have.



Der Abschluss des Ostermahls

Nachdem man gute 2-3 Stunden zusammen am Tisch gesessen hat, geht man manchmal noch zusammen spazieren, um so das zu verdauen was man vorher zu sich genommen hat.


Wir lachen ja immer darüber, wenn wir Weihnachten mit der Familie zusammen geschlemmt haben. Aber glaub mir … Ostern in Italien unterscheidet sich da nicht sehr. 😂


Und wie schon gesagt … abends ist da nicht wirklich mehr viel Platz für anderes. Vielleicht noch ein Apfel oder ein Digestivo (Magenbitter). Ich persönlich mag dann sehr einen Sambuca Extra liscio (ohne Kaffeebohnen etc.)



Hotels am Osterwochenende

Die Küsten am Meer sind jedes Jahr zu Ostern sehr besucht. Klar, weil es dann auch Hochsaison ist.


Fragst du wegen einem Hotel 2 Tage vorher, weil du dich ganz spontan entschlossen hast Ostern in Italien zu verbringen. Ja dann bekommst du als Antwort: “Eh signora … siamo sotto pasqua!” (Eh gnädige Frau. Ostern steht vor der Tür.)


Mein Tipp: Wenn du mal Ostern in Italien verbringen möchtest, dann rate ich dir frühzeitig dein Hotel oder Ferienwohnung zu buchen.


Denn a) sind die meisten recht schnell ausgebucht. In Italien ist das Osterwochenende Hochsaison. Und b) dadurch, dass es Hochsaison ist, sind sie alle recht teuer. Wenn du aber schon ab November/Dezember des Vorjahres buchst, findest du noch die schönsten und auch günstigen Unterkünfte.


Fazit: Die Italiener lieben ihre Traditionen und halten sehr daran fest. Und ganz besonders bei den katholischen Feiertagen. Und Ostern ist neben Weihnachten der wichtigste Feiertag im Jahr.


Solltest du mal die Gelegenheit haben, das Fest mit Italienern zuhause zu feiern … ja dann freue dich darüber. Denn es ist wirklich sehr schön und familiär.


Ich hoffe, dass ich dich wieder etwas in die familiäre Welt der Italiener entführen durfte. Eine kleine Geschichte mehr von den Italienern, die viele noch nicht kennen.




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