Mein hyggeliges Wochenende in Ligurien

Es muss im Februar gewesen sein, dass ich das B&B I Lecci in Ligurien für ein Wochenende gebucht habe. Die Fotos die ich sah, haben mich zuversichtlich gestimmt. Und so war es für mich klar.


Anfang Mai sollte es für ein Wochenende nach Ligurien gehen. Und zwar oberhalb von Lerici im “Golfo dei Poeti” umgeben von viel Ruhe und sehr viel Natur.


Kommst du mit mir auf die Reise? Dann wirst du hier noch mehr erfahren.



Meine Reise von der Emilia Romagna nach Ligurien

Von Bologna nach Lerici sind es ca. 2-2,5h Autofahrt. Je nachdem welche Strecke du fährst.


Ich habe die Autobahn durch die Toskana gewählt. Auch wenn die Toskana wirklich sehr schön ist, die Strecke der Autobahn bis zum Meer, gibt allerdings nicht sehr viel Schönes preis. Erst wenn du von Lucca Richtung der Garfagnana fährst, hast du eine ungefähre Ahnung, was dich in Ligurien erwartet.


Als ich dann auf der A12 Richtung La Spezia fuhr, sah ich das mir vertraute viele Grün der Hügel und mittendrin die typischen Farben der Häuser Liguriens. Und ich merkte, wie es mir langsam wohlig im Bauch wurde. Das sind wohl so eine Art Heimatgefühle.


Als ich dann aber in Sarzana runterfuhr und die Landstraße Richtung Lerici nahm, war es wieder da. Das altbekannte Gefühl zuhause angekommen zu sein. Das was ich nie in Deutschland hatte. Und noch nicht mal in der Emilia Romagna so deutlich spüre, wie in Ligurien. Egal wo es dort in dieser kleinen Region ist.


Von den Besitzern (Mutter und Tochter) des B&B hatte ich eine genaue Beschreibung des Weges bekommen und so konnte ich entspannt fahren und die Gegend genießen.

Die kleinen Dörfer mit ihren engen und kurvigen Strassen. Die Farben der Häuser gemixt mit dem Grün der Natur … es ist wie es ist: Einmalig!



I Lecci in der Località Monte Branzi

Der Ort wo sich das B&B I Lecci befindet, ist von so viel Natur umgeben. Als ich das erste Mal die Strasse fuhr, dachte ich so bei mir: “Ach das nimmt ja gar kein Ende!” Später war es dann schon anders.


Als ich dann endlich zu dem Gelände des B&B kam, wurde ich herzlich von Perla empfangen. So heißt die Hündin der Besitzer. Sie ist ganz lieb und sehr neugierig. Wie fast alle Hunde. Sie weiß allerdings ganz genau, dass sie die Zimmer nicht betreten darf.


Von Daniela Musetti der Besitzerin wurde ich ebenfalls herzlich begrüßt und sie zeigte mir sofort alles. Es hat wirklich meine Erwartungen weit übertroffen. Das Zimmer was ich hatte, war so harmonisch eingerichtet, dass man es einfach nur mögen muss. Und sehr sauber ist und das ist etwas, wo ich sehr pingelig bin in Hotels, Ferienwohnungen, etc.


Auch der Frühstücksraum ist mit viel Liebe und Details eingerichtet worden. Es schien erst, als wäre es eine kleine süße Osteria mit den typischen antiken Holztischen und bunte Stühle. Ein kleines Buffet, welches ausreichend für ein italienisches Frühstück ist und ich am nächsten Morgen schon von Gebrauch machen konnte.



La Serra

Nach meiner schnellen Ankunft, habe ich mich frisch gemacht und bin runter ins Dorf La Serra gefahren um Franziska Ambacher und ihren Mann Frank zu treffen.


Das Wetter war zwar nicht so prickelnd, aber wir haben das Beste draus gemacht und einen Aperitivo im Arci von La Serra genossen. Mit einem Wahnsinns Ausblick auf das Meer und dem Golfo dei Poeti. Anschließend sind wir dann ins Ristorante L’orto di Ameste, was nur eine Etage tiefer lag und wir sehr lecker gegessen haben.


La Serra ist eh ein Traum Dörfchen und wirklich sehenswert.


Ich habe auch einige Touristen gesehen, allerdings nicht ganz so viele wie sie sich in der Cinque Terre tummeln. Was für mich persönlich definitiv zu viel ist.


Jedoch die Deutschen die dort sind, sind nicht die typischen Touristen, die eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abklappern … sondern eher am Leben der Liguri teilnehmen. Und das sehen die Einheimischen ziemlich entspannt.


Den Abend danach war ich übrigens nochmal im Arci, weil es einfach so schön war. Ich mag diese simplen Bars wo sich die Einheimischen tummeln. Und die Preise einfach noch normal sind.


Die gepimpten Touri Läden waren noch nie so meine Lieblingslokale.


Auf jeden Fall bin ich dann Freitag Abend etwas beschickert zu den I Lecci zurück und habe unterwegs noch einen Keiler (Wildschwein) getroffen. Er sah mich an und zockelte schwanzwedelnd zurück ins Gebüsch. Ach ja und die Straße wurde tatsächlich immer kürzer.




Der 2° Tag in den Bergdörfern über dem Golfo dei Poeti

Ich kenne einen Teil von Ligurien ganz gut. Und ich war schon relativ oft in Lerici, Portovenere und Sarzana.


Allerdings fehlte mir das Hinterland vom Golfo komplett. Ich hatte zwar immer von Tellaro gehört, aber dort bin ich noch nie gewesen. Also wurde es Zeit die Gegend zu erkunden.


Ich begann mit meiner Tour in La Serra (den Abend zuvor habe ich nicht wirklich viel gesehen.) und ging in den Alimentari (Lebensmittel Bottega) und kaufte mir ein Panino. Meistens wird das Panino in diesen Läden frisch geschnitten und belegt. Dann schmeckt es am besten und es wird auch nicht an der Menge gespart.


Anschließend machte ich mich auf nach Monte Marcello. Von La Serra fährt man die Strasse oberhalb des Golfs (immer mit Blick auf das Meer) in das kleine Bergdorf. Sehr wenige Touristen, dafür umso mehr Hundeführer und ihre Studenten. Sogar ein Brautpaar was die Location für ihr Erinnerungsalbum nutzte.


Das Dorf selber ist wirklich sehr schön. Einfach mit vielen Details. In der Piazza principale findest du ein Mini Ristorante. Die Kellnerin bringt von einem Haus, wo sich die Küche befand, die dampfende Pasta zum Tisch der Gäste und verschwand im anderen Haus wo das eigentliche Lokal war.


Klein, verträumt und sehr ruhig. Herrlich!


Ja und ich mittendrin und konnte gar nicht genug davon bekommen und machte ein Foto nach dem anderen. Gelbe Häuser, schöne blaue Eingangstüren, Balkone mit vielen Blumen und Pflanzen, eine Signora die an ihrem Fenster neugierig das Brautpaar beobachtete und die Cameriera die aufregt von Haus zu Haus lief.


Das kleine Dorf Monte Marcello hast du schnell besichtigt. Wenn du allerdings eine kleine Weile einfach mal bleiben möchtest und das rate ich dir … dann nimm dir die Zeit. Ich bin nach ca. 2h weiter und habe an einem schönen Aussichtsplatz mit Blick aufs Meer angehalten und mein Panino verspeist.


Anschließend ging es weiter nach Tellaro. Auch ein kleines ehemaliges Fischerdorf, mit Mini Stränden und vielen Felsen. Wie überall in Ligurien.

Nur leider ist Tellaro für meinen Geschmack zu touristisch. Anfang Mai ist keine Hochsaison und trotzdem waren mir viel zu viele Menschen dort.


Und ich war müde. Also bin ich zurück zum B&B und wollte im Garten chillen.



Der Garten vom I Lecci

Von einem Gärtchen kann man hier ganz sicher nicht sprechen. Er ist riesig und so so so viel Natur. Er ist terrassenförmig angelegt und sehr gepflegt. Die Sightseeingtour des Gartens konnte ich mir nicht entgehen lassen. Und Perla di Hündin immer hinter mir her. 😉 Ich war also in guter Gesellschaft.


Und irgendwo in diesem riesigen wunderschönen Garten gabs eine kleine Wiese mit 2 Gartenliegen. Und was glaubst du wo ich die nächste Stunde verbracht habe? In der bequemsten Liege von den beiden und chillte. Einfach nur so. Ohne Musik und ohne Buch. Ich habe einfach nur der Natur gelauscht.


Das tat so gut.


Daniela, die Besitzerin, hat mir dann erzählt, dass das Haus sehr alt ist und damals im Krieg sich dort die Partisanen versteckt hielten. Am angrenzenden Wäldchen steht noch das Haus, wo diese Partisanen die Flyer gedruckt haben. Gegen das Regime.


Alte Häuser tragen diese Seelen mit sich. Auch wenn das B&B restauriert wurde, spürt man die Geschichte. Als würden sie noch in den Gemäuern hausen. Die Partisanen.


Um 18.00 Uhr ist Aperitivo Time in Italien und ich bin dann wieder runter ins Arci und die Straße, die wurde tatsächlich immer kürzer. Eine Stunde auf dem Balkon mit einem Vinello und ein paar Erdnüsse … und ich war so happy das Meer so traumhaft vor mir zu haben. Mit diesem Licht, was ich so liebe.


Der Hunger trieb mich in die Bottega Verde wo es Focaccia Ligure gibt. So lecker! Sie ist zwar etwas fettig, (das gehört mit dem guten Olivenöl aus Ligurien aber dazu) aber einfach mega lecker. (Sogar mit Nutella.) Die habe ich dann auf der Mauer mit Blick aufs Meer genossen und blieb dann noch eine Weile.


Irgendwann war ich dann aber wieder so müde, dass ich zurück zu den Lecci bin. Und einfach nur todmüde ins Bett fiel. Ich habe geschlafen wie ein Baby.



Der letzte Tag und in Richtung Sestri Levante

Habe ich dir schon erzählt, dass ich eine heimliche Liebe in Ligurien habe? Sie heißt Baia del Silenzio und ist eine kleine Bucht in Sestri Levante. Normalerweise ist es sehr ruhig dort. Wenn keine Touristen da sind. Baia del Silenzio heißt übersetzt “Die stille Bucht”. Sie ist umgarnt von den schönen bunten und alten Häusern.


Bevor ich aber zur Baia gegangen bin, habe ich Freunden noch einen Besuch abgestattet. Sante und Magda sind Geschwister und waren mal meine Chefs, zu der Zeit wo ich in ihrem Hotel als Cameriera im Service gearbeitet habe.


Anschließend bin ich durch das Centro Storico geschlendert und habe mir eine Focaccia al formaggio gekauft. Diese Focaccia kommt ursprünglich aus Recco. Ein kleiner Ort am Meer kurz vor Genova.


Mit der Focaccia bin ich dann zur Baia, wo sehr sehr viele Menschen waren (überwiegend junge Familien oder eben die Gioventù), die genau wie ich die ersten Sonnenstrahlen am Wasser genossen haben.


Ich kann da stundenlang sitzen und den Gesprächen von den Menschen lauschen. Man redet wie immer vom Essen, Rezepte etc. etc. und natürlich Bambini, GP, Formula 1, etc. etc.


Naja und dann wurde es Zeit zu fahren … denn ich musste zeitig meinen Sohn bei seinem Papa abholen.


Fazit: Es war ein so tolles Wochenende, wo ich noch lange von zehren werde.

Außerdem habe ich beschlossen, dass ich (sobald mein Sohn seine eigenen Wege geht) wieder zurück nach Ligurien ziehen werde. Ich habe nämlich immer Heimweh.


Nach welchem Land oder Region hast du denn Heimweh, Fernweh oder Sehnsucht?


*Der Blogartikel enthält keine bezahlte Werbung.

70 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen