Kennst du die Region Umbrien?

Als ich über Ostern in Umbrien war, habe ich erstmal die versteckte Schönheit dieser Region kennengelernt.


Die Vegetation und die vielen schönen Steinhäuser, die man in den kleinen Borgo findet.


In der heutigen Geschichte aus dem Zitronenland, erzähle ich dir von meinem verlängerten Oster Wochenende in der grünen Lagune nahe der toskanischen Grenze.



Mein Sohn und ich auf dem Weg nach Umbrien

Ich reise lieber mit dem Auto und nicht sehr gerne mit den üblichen öffentlichen Reise Verkehrsmittel wie Flugzeug, Zug oder Reisebus.


Reisen ist für mich wichtig. Es gibt mir viele Inputs und natürlich die Möglichkeit abzuschalten. Außerdem kann ich mit dem Auto immer dann anhalten, wenn mir ein Ort sehr gut gefällt.


Und so sind wir am Ostersamstag um 8.00 Uhr in der Früh losgedüst. Allerdings nicht über die Autobahn, wie es die meisten machen. Mein Sohn und ich, wir lieben die Natur.


Wir sind von Castel San Pietro Terme die Landstraße SP21 Richtung Borgo San Lorenzo gefahren. Praktisch überquerst du den Apennin Tosco-Emiliano. Und kommst an solch kleinen Borgo wie Giugnola vorbei. Giugnola ist der letzte Ort in der Emilia Romagna. Gleich danach bist du in der Toscana. Außerdem ist es ein wirklich schönes kleines Dörfchen mit engen Strassen und den typischen Borgo Häusern (keine Steinhäuser).


In Borgo San Lorenzo haben wir angehalten und ich bin erstmal in eine Bar um meine Merenda zu genießen. Bei der Merenda handelt es sich meist um einen süßen Snack. Bestehend aus Cappuccio oder Caffè Latte mit einem Brioche.


Nach Borgo S. Lorenzo ging es weiter auf der SP551 Richtung Contea über Dicomano. Von Contea ging es dann auf der SS310 über Poppi bis nach Anghiari.


Anghiari ist eine wirklich schöne Kleinstadt mit knapp 5500 Einwohnern und gehört zur Provinz von Arezzo (in der östlichen Toskana). Außerdem zählt sie zu einer der schönsten Borghi Italiens und ist Mitglied der Vereinigung Cittàslow.


Naja … jedenfalls haben wir dort Halt gemacht, weil wir Hunger hatten. Ich mit einem Weißwein (ein Riesling von der Mosel 😎) und mein Sohn Wasser. In den Enoteca gibt’s keine Coca Cola, sondern nur Wein und Wasser. Und reichlich Antipasti.


Gut gestärkt ging es dann weiter zu unserem Ziel: Monte Santa Maria Tiberina



Monte Santa Maria Tiberina liegt nicht wirklich versteckt

Als wir auf dem Weg zu unserem Ziel waren, war es schon irgendwie sehr ungewöhnlich zu diesem Ort zu kommen. Natürlich hatte ich mich vorher schlau gemacht, was uns dort erwartet.


Die Straße war einsam, kein Haus weit und breit, kein Auto was uns entgegenkam und Menschen schon gar nicht. Zudem war die Strasse voll mit Schlaglöchern, was in Italien ja nichts Ungewöhnliches ist. Aber diese hat weitaus mehr und ich konnte nicht anders wie Zigzag fahren. Später haben wir herausgefunden, dass es eine Alternative gibt, die wesentlich besser war.


Ganz oben auf dem Hügel konnten wir den Borgo sehen: Monte Santa Maria Tiberina.


Dann endlich am frühen Nachmittag, sind wir angekommen. Ein Borgo komplett mit Steinhäusern. Und wirklich wunderschön. Von der Stimmung hat er mich an das Dorf erinnert, was in dem Film “Chocolàt” vorkam mit Juliette Binoche und Johnny Depp. Weniger wie die Häuser gebaut waren … sondern mehr wegen dem Wind. Der pfiff richtig durch die Gassen und Ostersonntag war es ganz schön kalt … oben auf dem Hügel. Die Fotos habe ich dann aber trotzdem gemacht.


Dieses kleine Bergdorf mit wirklich wenig Einwohnern (die meisten Besitzer leben dort gar nicht, sondern haben dort nur eine Ferienwohnung), hat tatsächlich ein eigenes Rathaus. Das findest du auch bei den Fotos (es ist das mit den Fahnen). Dieses Rathaus (Municipio) ist wirklich mini. Und der Ort unterhalb des Borgos im Tal, Palazzo, ist wesentlich größer. Allerdings wegen ihres Personalausweises müssen die Einwohner dann hoch zum Berg in das Dorf, was kleiner ist. Dafür aber viel schöner.


In dem Haus neben unserer Ferienwohnung befand sich das Ristorante Oscari. Das hatte ich schon 1 Monat vorher gegoogelt und gleich einen Tisch für uns reserviert.


Es war alles sehr sehr lecker. Das komplette Menü (Antipasti, 2 Primi, 2 Secondi) war alles auf Basis von Trüffel und Lamm. Das Lamm haben wir allerdings weggelassen. Und das Dolce war ein Tiramisu mit Erdbeeren. Danach waren wir dann so satt wie die kleine Raupe Nimmersatt und hatten noch nicht mal mehr abends Hunger.




Der Tag danach

Am Ostermontag haben wir es dann entspannt angehen lassen. Erstmal länger geschlafen, in Ruhe und ausgiebig gefrühstückt und dann sind wir los in Richtung Lago di Trasimeno.


Als einige Bekannte erfuhren, dass wir nach Umbrien wollten sagten sie mir: “Fahrt nicht an den Lago di Trasimeno. Da verpasst ihr nichts.” Das hat mich irgendwie neugierig gemacht und auch meinen Sohn. Deswegen haben wir gesagt: “Und jetzt erst recht!”


Also sind wir von unserem windigen Borgo ins Tal gefahren (diesmal die angenehmere Straße). Als wir am See ankamen hatte wir Hunger und ich hatte nicht reserviert. Ich hatte es schon geahnt … alle Ristoranti e Pizzerie waren completi. Zum Glück hatte am See ein Kiosk offen und sie verkauften Salsiccia vom Grill (Bratwurst), Pommes Frites und Panini. Der Tag war gerettet.


Tja und der See? Der Lago ist ein Traum. Türkises Wasser umgeben von viel Grün. Der See selber ist nicht wirklich klein und der viertgrößte See in Italien.


Am See im Ort Tuoro war ein Park wo die meisten Picknick gemacht haben. Sie hatten alles dabei. Von der Kühlbox bis zum Gartenstuhl plus Tisch und Decken. Einige auch nur mit ihren Decken und chillten so vor sich hin. Es wurde Frisbee oder Badminton gespielt, die Hunde in der Mitte von allen.


Ein easy peasy Tag am See war genau das was wir wollten … also lagen wir auch dort und haben es einfach genossen nichts zu tun. Das tat wirklich gut, einfach nur im Gras zu liegen und nichts zu machen.




Der letzte Tag und unsere Rückfahrt nach Hause

Am letzten Tag nach Hause sind wir wieder die Landstraße gefahren. Vorbei an Anghiari und Bibbiena Richtung Stia. In Stia sind wir dann rechts abgebogen, um über den Apennin zu fahren. Wir durchquerten den Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi. Eine Strasse mit sehr vielen Kurven, die komplett durch den Wald ging. Oben am Passo della Calla haben wir dann angehalten. Keine Menschenseele, außer einem Paar mit Kleinkind. Und sie alle 3 mit Sack und Pack (Papa mit Tochter auf dem Rücken) zum Trekking loszog. Der Rifugio (Berghütte) war noch zu. Außerhalb der Saison lohnt es sich nicht sie aufzumachen.


Wir sind dann weiter nach Campigna. Das ist der nächste Ort nach dem Passo della Calla. In Campigna stehen vielleicht 2 oder 3 Häuser. Eins davon ist der Kiosk mit Osteria wo man was essen kann. Und was glaubst du haben wir dort gemacht? Richtig … ein Panino con Prosciutto und eins mit Salami.


Nach der Rast und ein bisschen chillen im Wald, ging es dann weiter Richtung Santa Sofia. Genau wie Campigna gehört Santa Sofia zur Emilia Romagna. Genauer gesagt zur Romagna. Die Romagnoli legen Wert darauf, dass es die Romagna ist. (Die Emiliani e Romagnoli mögen sich nicht so.)


Ich mag den Ort sehr. Mit dem Fluss der den Ort einmal komplett durchquert, hat er etwas Besonderes. Deswegen, … solltest du einmal in der Gegend sein … bestatte ihm einen Besuch ab. Du wirst es nicht bereuen.


Umbria sempre volentieri

Diese 4 Tage waren toll und sehr entspannend für meinen Sohn und mich. Und das lag auch sicher an der Umgebung. Sie hat etwas beruhigendes, ohne viel Tourismus. Sehr viel Grün und eine üppige Vegetation. Keine Hektik, denn es waren die Feiertage.


Dadurch dass Umbrien schon eher südlich der Emilia Romagna und der Toskana liegt, gibt es dir auch den Eindruck des Südens.


Mein Tipp: Lass die Autobahnen links liegen und genieße die Landstraßen. Du bist im Urlaub und hast Zeit. Außerdem siehst du so viel mehr von der Region selber. Und wenn es dir irgendwo gefällt … dann hälst du an und atmest einmal tief durch.


Fazit: Umbrien immer wieder gerne. Es ist eine Region wie Balsam für die Seele. Und sehr gut essen kann man dort auch. Wie überall in Italien. 😉


Hat dir unsere kurze Reise gefallen? Ich hoffe, dass ich dir die Gelegenheit geben konnte, eine Region Italiens besser kennenzulernen. Einfach mal abseits der Touristenwege.


Alla prossima, ciao!



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