Was macht Italien so reizvoll?

Was hat dieses Land, was andere Länder nicht haben? Warum ist es eines der beliebtesten Länder für den Tourismus? Ist es vielleicht das Essen, die Sonne oder das Meer?


Lass uns der Sache mal auf den Grund gehen.



Italien das Land wo Milch und Honig fließt

Das hat mir mal ein lieber Mensch gesagt, als wir über Italien sprachen.

Italien ist ein Land voller Widersprüche. Auf der einen Seite hast du die Leichtigkeit der Menschen bzw das was sie dir vermitteln. Und auf der anderen Seite gibt es die “Bella Figura”, die letztendlich die Menschen in ihrem Tun blockiert. Ein Land wo die Freiheit als selbstverständlich erscheint und das konventionelle Leben siegt.

Die Menschen, die ihre Bambini lieben, sie aber einsperren und ihre kleinen Erfahrungen nicht machen lassen. Wo man auf das gute Essen pocht, jedoch abends um 21 Uhr sich Pasta, Lasagne und die Pizza rein schaufelt.


Und ja, es ist ein Paradies was Obst, Gemüse und Fisch betrifft. Die Preise vom Biobauern ein Traum sind. Das Essen selber wird hier zelebriert (hier habe ich schon davon berichtet. Erinnerst du dich?)


Die Flexibilität ihr großes Plus ist, nur dass sie nicht wissen es wirklich zu nutzen.


Ein Land was eine unglaubliches Potential hat, es der Welt aber nicht zeigt.


Die 20 Regionen Italiens

Beginnen wir mal damit, dass Italien in seiner Geschichte vor dem 19 Jahrhundert in viele Länder oder Gebiete von den Langobarden und Goten unterteilt war. Und so haben sich verschiedene Kulturen vermischt.


In Sardinien im Süd Westteil der Insel gibt es viele spanische Einflüsse. Im Süden von Sizilien orientalische. Besonders bemerkbar bei den architektonischen Bauten. Oder im Süden der Toscana und im Norden von der Region Lazio traf man die Etrusker.


Durch seine Geschichte hat sich Italien als sehr vielfältig entwickelt, was einem immer wieder im Alltag begegnet. Die Kultur und Mentalität, allerdings auch der geografische Aspekt.


Wer Italien wirklich kennt, also wirklich vom Norden bis in den Süden und nicht nur die Toscana oder den Lago di Garda, weiß dass mit jeder Region es so ist, als würde man ein anderes Land betreten. Also eine Grenze übertreten.


Ganz besonders merkt man es, wenn man an der adriatischen Autobahn, der A14, entlang Richtung Puglia fährt. Du lässt Termoli (gehört zur Region Molise) hinter dir und erreichst schnell die Provincia di Foggia (Apulien) und siehst am Wegesrand der Autobahn viele Olivenhaine und mittendrin die kleinen weißgetünchten Häuser.


Als ich es das erste Mal sah, dachte ich dass ich in Griechenland wäre. Nicht umsonst trennt Apulien und Griechenland nur das adriatische Meer.


Ganz egal ob du dich im Piemonte befindest oder im Friuli. Oder in den Abruzzo … jede Region ist so unterschiedlich und hat ihre Reize.


Die kulinarischen Traditionen

Jede Region hat ihre kulinarischen Spezialitäten und darauf sind sie mächtig stolz. Und das nicht nur die ältere Generation. Auch die Jungen … die Esskultur wird bis dato gepflegt und respektiert.


Du wirst es nie von Italienern erleben, dass sie unbedingt die Lasagne Bolognese in Sizilien essen möchten. Sie sind neugierig auf die lokalen Gerichte. Denn ein Bolognese wird nie eine Peperonata wie ein Sizilianer hinbekommen. Und umgekehrt ebenfalls nicht die Lasagne.


Das gleiche gilt, wenn sie in Bayern in Urlaub fahren. Dort möchten sie Schweinshaxe oder das Wiener Schnitzel. Sie möchten die lokalen und traditionellen Gerichte.


Warum fragst du mich? Ganz einfach: Die Italiener sind eben sehr neugierig und wissbegierig was andere Kulturen betrifft.


Das ganze Jahr wirst du in den Regionen, Provinzen und Gemeinden kulinarische Feste finden können. Solange C. mitmacht natürlich.


La festa della melanzane oder auch la festa della fragola … und und.

Und dort wird immer viel gegessen und bei manchen auch getanzt. Du kannst sicher sein, dass du dort Alt und Jung findest, die das Tanzbein schwingen.



Die Italiener und die Musik

Sie singen so gerne die Italiener … ja das stimmt. Und eines ist so klar wie das Amen in der Kirche: Dass sie bei einem Konzert eines Italieners oder bei einem Fest wo getanzt und gefeiert wird, sie jedes einzelne Wort der Lieder im Kopf haben und mitsingen.


Ich persönlich mag nicht so die italienische Musik (bis auf einige Ausnahmen), finde es aber immer wieder faszinierend, mit welchem Stolz, Freude und Enthusiasmus sie die Lieder mitsingen.

Das sind solche Momente wo sie sich fast alle einig sind. Ob es die vom Norden sind oder aus dem Süden. Da sind sie dann alle Italiener.


Stell dir vor, dass einige Sätze der Lieder von Lucio Dalla, Weihnachten in den Straßen der Altstadt von Bologna verewigt wurden (mein Artikel von Bologna findest du hier). Und zwar in Form von Lichterketten.


Sollte es nochmal passieren, dass wir Konzerte besuchen können und du hast die Möglichkeit z.b. Luca Carboni live zu sehen, bist du in Gesellschaft von “Little Italy”. Es ist wirklich einmalig!


Die unterschiedlichen Vegetationen

Wenn du mal die Gelegenheit hast, einen 4 wöchigen Urlaub machen zu können … dann rate ich dir, ihn in Italien zu machen. Nimm dir eine Landkarte aus Papier (wenn es sie noch gibt), zwei unterschiedliche farbige Stifte und schaue wo du noch nicht gewesen bist. Dort wo du warst zeichnest du mit Blau ein und dort wo du noch hin möchtest mit Rot.


Warum eine Landkarte aus Papier? Weil du so das Land in einem Blick hast und klar eine Route anlegen kannst.


Und wenn du dann noch Orte auf der Route hast, die nicht touristisch sind … ja, dann hast du die Möglichkeit das Land und ihre Bewohner kennenzulernen. Klar als Tourist ist es immer schwieriger und etwas superfluo. Allerdings immer noch besser, als den Touristenmassen hinterher zu rennen.


Aufjedenfall wirst du dann sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Regionen in ihrer Vegetation sind. Und wie schön sie sind. Da ist wirklich alles bei: Von den Alpen in Südtirol über das Flachland, die Poebene z.b., bis hin zum Apennin. Der größte und längste Naturpark Italiens (ca. 1500km lang). Er beginnt in Ligurien in der Cinque Terre (Manarola) und endet im Süden der Calabria. Das Meer findest du überall. Die Halbinsel ist vom Meer und ihren Stränden umzingelt.


Tipps, wenn du die Unterschiede der Halbinsel sehen möchtest

Ein gut gemeinter Tip: Suche dir Ferienwohnungen - Häuser und verpflege dich selber. Warum? Weil du dann in die Supermärkte bzw Botteghe musst. Und so lernst du sie noch etwas besser kennen. Im Hotel wirst du diesen Service nicht bekommen. Denn dort bist du immer der Tourist.

Probleme mit der Sprache? Bereite dich vor und lerne das nötigste, was du für einen Urlaub brauchst. Sie mögen es sehr wenn du ein paar Brocken ihrer Sprache kannst. Statt “Hallo” ein nettes Ciao! Aber Achtung!: Nur bei denjenigen in deinem Alter. Bei allen die älter sind, wird es gerne gesehen wenn man Salve oder Arrivederci sagt.


Und für Unterwegs suchst du dir die italienische Reisemusik aus. So stimmst du dich auf die Reise in das Land des Dolce far niente ein.

Informiere dich gut über das Land und ihre Menschen. Gib ihnen die Chance, dass du sie kennenlernen kannst und sie dich. Lass dich auf sie ein und ich versichere dir, dass du einen unvergesslichen Urlaub haben wirst.


Regionen die noch unergründet sind

Ohja, da gibt es einige, wo man ohne viele Touristen seinen Urlaub genießen kann. Und die Preise noch ganz ok sind.


Fangen wir im Norden an:


Friuli Venezia Giulia - Stadt der Region ist Trieste, welche traumhaft ist. Sie liegt direkt am adriatischen Meer. Direkt am Meer gibt es eine grosse Piazza. Wenn du dort stehst, hast du im Rücken die Altstadt, wo die Häuser verschachtelt neben und übereinander stehen. Die nächst größere Stadt ist Udine und dann Gorizia. Die Vegetation weist beides auf: Flachland, Berge und Alpen. Ideal zum wandern. Denn die Luft ist angenehm. Das einzige was dir in Trieste passieren kann, ist der Bora. Der Sturm in der Stadt kann schon mal sehr heftig sein.

Veneto - Das Hinterland von Verona. Das ist da, wo ein leckerer Rotwein herkommt: Valpolicella. Im Norden des Hinterlandes von Verona und im Osten des Lago di Garda. Eine sanfte Hügellandschaft und Weinberge zum abwinken.


Piemonte - Stadt der Region ist Torino. Die Region ist vor allem wegen seinem Wein und der Haselnüsse bekannt. Also wegen ihrer Schokolade. Torino soll eine wunderschöne Stadt sein, wo es noch viele kleine botteghe gibt. Und in den Hügeln du meist nichts anderes siehst wie Weinberge. Dort haben die Weine Barolo, Nebbiolo und der Dolcetto d’Alba ihr Nest. Ich würde dir gerne noch mehr von dieser Region erzählen … nur war ich leider noch nie dort. Aber sie ist auf meiner Liste.


Valle d’Aosta - Stadt der Region ist Aosta. Auch hier kann ich dir nicht sehr viel erzählen. Nur soviel: Sie ist die kleinste Region Italiens und es gibt sehr viele Berge. Deswegen ist sie wahrscheinlich auch so beliebt bei den Italienern die das Skifahren und wandern mögen. Die Touristen die du dort findest sind also überwiegend Italiener und vielleicht der ein oder andere Franzose. Achtung wenn du im Juli/August dort Urlaub machen möchtest: Die Preise sind gesalzen.


Emilia Romagna - I colli piacentini. Die Provinzstadt ist Piacenza. Es ist aber nicht die Stadt die so reizvoll ist. Sondern die Hügellandschaft: i colli piacentini. Ich weiß noch, als ich das erste Mal dort für ein Wochenende war. Ich war wirklich geflasht von der Schönheit dieser Landschaft. Auch hier findest du viele Weinberge und viele kleine Dörfchen in den colli. Und was der eigentliche Hit ist, das ist die lokale Küche dieser Provinz. Solltest du dort mal aufschlagen, rate ich dir die Pisarei zu essen. Das sind kleine frische Pasta Bällchen geformt wie Bonbons (nein es sind keine Gnocchi). Und ich sage dir, wenn sie gut gemacht sind, dann werden sie dir auf der Zunge zergehen. Ich habe noch Wochen danach davon geschwärmt.


Umbria - Die Stadt der Region ist Perugia. Perugia ist bekannt wegen einer Sache: I baci. Das sind die Schokoladenpralinen, wo immer ein kleiner Zettel eingewickelt ist mit einer Poesie drinnen. Meistens in mehreren Sprachen. Es ist das Bonbon der Verliebten. Die Region selber ist eine der wenigen, die man nicht an der Meeresküste trifft. Und sie ist sehr sehr grün. Deswegen nennt man sie auch la laguna verde. Es ist praktisch die Region die man im Zentrum des Stiefels findet. Andere sehenswerte Orte sind Orvieto (traumhaft) und Gubbio. Wobei bei beiden wirst du im Sommer sehr viele Touristen finden. Im Winter (Januar, Februar) dagegen sind die Italiener unter sich.



Das war erst mal der Norden von Italien. Ich könnte noch weiter schreiben. Nur … dann wird der Artikel endlos. Denn auch der Süden hat seine Reize. Und das nicht zu knapp.

Ich hoffe, dass ich dich auf eine schöne Reise mitnehmen konnte und die kleinen Geheimnisse Italiens lüften konnte.


Bis zum nächsten Mal und bleib bitte gesund. 🍋


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